Freitag, 24. Juni 2011

Sieg über einen verbogenen Pfosten

Es ist schon komisch, dass man als Pensionierter und berufsmässiger Müssiggänger das Gefühl haben kann, Ferien echt verdient zu haben. Oder jedenfalls eine Atempause nach Ueberholungsarbeiten am Boot, die eine Achterbahn aus Frust, Glücksgefühl, Schwerarbeit und begangener oder auch nur knapp vermiedener Fehler waren. Nehmen wir als Beispiel den verbogenen Pfosten an Deck, dessen Auswechslung eine Sache von Minuten wäre. Wäre, wenn das Ding sich nicht total korrodiert präsentiert hätte und am Schluss nur eines blieb: der ganzen Anlage mit zwei verschiedenen Trennscheiben zu Leibe rücken, die mir Earl ausgeliehen hatte.

Der Kollege von Paul mit seinem unerschöpfplichen Arsenal an Maschinen erwies sich als wahrer Glücksfall an selbstverständlicher landestypischer Hilfsbereitschaft. Am Schluss scheiterte die Aktion aber beinahe noch an einem zu kurzen Schraubvorsatz. Doch nach dem Motto „Every project calls for new tools“ posteten wir bei „Ace“ einen sagenhaften Langschaft-Schraubvorsatz, von dessen Erfindung ich keine Ahnung hatte; Paul gab den entscheidenen Tipp. Wir fuhren gemeinsam zu „Ace“, kauften zwei Stück des Schrauberdings, setzten ihn in die Bohrmaschine ein – et voilà.
So verbringt man sein Leben. Und kann dereinst sagen, dass man einen Relingpfosten und dessen Halterung (siehe Bild) nach nicht endenwollendem Kampf besiegt hat. Die gesegelten Meilen verschwinden hinter solchen Leistungen – und das ist auch gut so. Denn – ich zitiere einen weitgereisten Skipper: „Ein bisschen Reffen kann jeder, wenn der Wind zunimmt, aber gut reparieren ist eine ganz andere Sache.“

So habe ich nun das Wochenende verdient, was überhaupt das beste ist bei meiner 5-Tages-Plackerei: Ich habe wieder einen Arbeitsrhythmus und ergo auch ein freies Wochenende. Und muss nicht mehr fragen, was heute für ein Tag sei, weil die Zeit auf See jeweils total unstrukturiert zerrinnt. Ein verbogener Pfosten hat also durchaus seine guten Seiten. Und der neue Pfosten in seiner Halterung sieht wirklich schön aus.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Gebell und rote Bohnen

Gestern nahmen Luke und ich das Ruder auseinander und ich montierte neue Leitungen an den Hydraulikzylinder, an welchen ich dann einen Kübel Wasser hängte, um das System zu testen, bevor das Ruder wieder mühsam montiert würde. Leider waren nun nicht mehr die Leitungen undicht, der ursprüngliche Grund der Reparatur, sondern der Zylinder selbst sonderte ein hellgelbes Wasser ab. Und so stand ich am Mittag überraschend vor der Frage: Wo repariert im südlichen Maryland jemand meinen französischen Hydraulikzylinder?

Luke wusste dazu folgendes: Ich müsse auf der Route 235 ein paar Meilen fahren, bis ich zu einem gelben Briefkasten käme. Der Name des Hydraulik-Shops selbst sei ihm leider entfallen. Doch was er wisse, sei noch dies: Wenn ich rechter Hand die Sandgates Road sähe, sei ich bereits zu weit gefahren. Gesagt getan. Und prompt kam ich nach gut 11 Meilen an der Sandgates Road vorbei, drehte folgerichtig um und nahm einen zweiten Anlauf. Da war er ja, der gelbe Briefkasten, den ich bei der ersten Durchfahrt übersehen hatte. Ich bremste scharf ab, bog von der Route 235 auf einen Dreckweg ab und sah von weitem eine Art offene Blechscheune. Links davon war ein Hundezwinger, in welchem ein deutscher Schäfer wie irre bellte und sich dabei um die eigene Achse drehte. Ich stieg aus und nahm an, dass dieses rechtsdrehende Biest wohl nichts Gutes im Sinn hatte. Ich war deshalb froh, dass ein Zaun mich von dem Hund trennte.
Nun trat ich in einen kleinen Werkstattladen rechts vom offenen Scheunentor ein und gleich kam ein Mann aus einer Art Hinterzimmer: Graues Haar, stahlblauer Pullover, ein rosige, ungesunde Gesichtshaut, glasige Augen.
"No way“ sprach er mit einer Grabesstimme, als ich ihm meinen Hydraulikzylinder präsentierte. Ob er wisse, wer das Ding flicken könne, frage ich. „No idea“, tönte es erneut im tiefstem Bass, wie er hier gerne für suggestive Radiowerbung („You have to get it!“) verwendet wird. Jetzt sagte ich beinahe flehend: „You know, it’s metric, it’s french” Doch das Rosagesicht drehte sich bereits ab, wünschte mir dann aber, wieder halb zu mir gewendet, doch noch ein tiefstimmiges “Good luck”.

Als ich aus dem Laden trat, rannte der Schäfer bellend entlang dem Zaun. Offenbar versprach er sich davon mehr Abschreckung als mit dem irren Drehen von vorhin. Ich sagte zu ihm : „Alles Gueti, gäll !“, die schweizerdeutsche Variante von Good luck, und stieg ins Auto ein.

Zurück beim Boot schaute ich im Internet nach und fand „Southern Maryland Hydraulics“ und den viel versprechenden Hinweis „metric fittings“. Ein Anruf - in Amerika muss man immer zuerst anrufen, bevor man irgendwo hin fährt - tönte gut. Und so fuhr ich wieder am gelben Briefkasten vorbei auf der 235, aber diesmal viel weiter, bis nach Waldorf nämlich, ca. eine Stunde Fahrt, bog dann links ab von der 235, Richtung Irongate Drive 18, wo der Chef von "Southern Maryland Hydraulics", ein hagerer Kerl im Pensionsalter, an einem Tisch hinter einem Kundenschalter sass und gerade rote Bohnen aus einem weissen Plastikteller löffelte. Daneben hatte er eine Büchse Cola Light.
Auf die Frage, ob er meinen Hydraulikzylinder flicken könne, sagte er: „Sure.“ Und seine Sekretärin, die seine Tochter hätte sein können (und es wohl auch war), brachte gleich ein Namensschild an und legte das Teil auf ein Gestell. Auch meine zweite Frage, wann ich es wieder abholen könne, beantwortete der Mann in einem einzigen Wort: „Tomorrow.“ „Ok“, sagte ich, „dann rufe ich Sie morgen an.“ „No, we call you“, sagte er nun in einem ersten vollständigen Satz. Und beim Wort „call“ öffnete er den Mund ungewöhnlich weit, so dass ich darin die roten Bohnen erblickte, die er gerade hinein geschoben, aber noch nicht gekaut hatte. Mir schoss die Frage durch den Kopf, ob diese Bohnen sein Mittag- oder eher sein Abendessen seien, denn es war mittlerweile 16 Uhr geworden.

„Oh, sure“, antwortete ich, und vielen Dank und „Good bye“. Und natürlich „Have a great evening". Dann stieg ich ins Auto und fuhr zurück. Auf der Heimweg dachte ich, dass dies trotz allem ein interessanter Bootsarbeitstag gewesen sei.

Montag, 13. Juni 2011

How was it?

West Marine, mein Bootsladen, will wissen, ob der neue Autopilot meine Wünsche erfüllt und wie’s mit der Zustellung geklappt hat. Die US-Bank nimmt es noch genauer und möchte die Frage klären, ob die Eröffnung des Kontos speditiv erfolgt sei; dann geht’s noch mehr ins Detail: wie beurteile ich die Navigation beim Anmeldevorgang, wird gefragt, und was halte ich von der angebotenen Hilfe per Helpseite/Livechat/Mail.

Burger King schliesslich fragt auf dem Kassenzettel kurz und bündig: „How was it?“ und bietet ein Gratis-Menu an fürs Mitmachen bei der Survey, sofern selbige innerhalb von 48 Stunden erfolgt. Void where prohibited by law! One coupon per customer! Legaleese halt, für das die Disclaimer-Anwälte 400 Dollar pro Stunde kassieren.

Die Befragung von Kunden nach getätigten Einkäufen bzw. erhaltenen Dienstleistungen ist so häufig, dass nur die Dümmsten ihre Zeit noch gratis hergeben, um die Unternehmen in ihren Marketinganstrengungen zu stärken bzw. den Profit zu maximieren. Denn darum geht es doch, oder?
Der Bootsladen zum Beispiel schreckt nicht davor zurück, zu fragen, ob man die Preise als "zu hoch" bzw. "zu niedrig" beurteile. Selbstverständlich kreuze ich „zu hoch“ an, Schlaumeier, der ich bin, denn ich möchte West Marine mit meinem kleinen Survey-Beitrag zu Preissenkungen veranlassen und hoffe dabei, dass andere Surveyisten meiner Logik folgen. Wer „zu niedrig“ wählt, würde sich in der anonymen Masse der Konsumenten automatisch als Preistreiber schuldig machen. Gut wäre allerdings, wenn man die Wahl hätte, anzukreuzen: „Zu niedrig, wenn Sie anständige Löhne bezahlen müssten.“ Aber das ist ein anderes Thema. Die ganze Umfragerei spielt sich ohnehin in einem engen Korsett gängiger Zufriedenheitsanforderungen ab; Platz für eine ideologische Diskussion gibt es da nicht.

Ich wette, dass in der Schweiz das Tool der Kundenbefragung bald auch seinen Siegeszug durch die Waren- und Dienstleistungswelt antreten wird. Ich erlaube mir deshalb gleich mit dem guten Beispiel voran zu gehen und frage Sie: Wie war dieser Blogbeitrag? Zu lang, zu kurz?
Und wie war der Schluss? Zum Gähnen?
Wie bitte? Korrigieren Sie das bitte sofort!
So ist gut! Vielen Dank, dass Sie an der Umfrage teilgenommen haben. Have a nice day.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Unsere Miranda - frisch gestrichen

Bei 35 Grad am Schatten und einer brutal hohen Luftfeuchtigkeit hier in Solomons ist mein Hirni weich geworden, sodass ich die Arbeit am Boot einstellte. Dreimaliger Gang zu einer Miniute Maid zwecks Bezug von Fanta hat da gar nichts mehr genützt, ja den Zustand langsamen Denkens eher verschlimmert. Doch für ein Photo reichte es noch. Und ich muss sagen: Unsere Miranda sieht schick aus, ich habe das frühere Eierschalenweiss am Rumpf durch ein weisses Weiss ersetzt, was mehr Ovni-Look ergibt. Die Wasserlinie habe ich mit Trilux-Antifouling - leider nur in Off-White erhältlich - gestrichen, nachdem die ursprüngliche Zwei-Komponenten-Farbe dem Salzwasser nicht standgehalten hatte.
Das Bild ist extra aus einer gewissen Distanz aufgenommen worden, weil aus der Nähe betrachtet, sich schon der eine oder andere Patzer erkennen liesse. Und das wollten wir vermeiden. Die richtige Reihenfolge wäre gewesen, das Deck vor dem Aufkleben des neuen Antiskid zu schleifen, dann den Treadmaster aufzukleben und dann zu malen. Doch die Chance wurde 2006 verpasst, als die neuen Anti-Rutschmatten montiert wurden. Und so ist das Boot nun halt nur aus der Ferne eine wirkliche Beauty.

Montag, 30. Mai 2011

Ein perfektes Memorial Day Weekend

Das Wochenende von Memorial Day markiert den Beginn des Sommers in Amerika und das wird überall gefeiert. Paul und ich fuhren deshalb am Samstag Nachmittag zu Ken, einem pensionierten Bundesbeamten, der an seinem Steg Krabben fängt.
Ungefähr ein Dutzend holt er pro Tag raus. Wir bekam 40 aus seinen zwei Reusen, die Ken an einer Leine frisch aus dem Wasser holte. Zu Hause angekommen, gaben wir die Hälfte unseren Nachbarn, die im Laufe des Tages immer mehr Familienbesuch bekommen hatten. Selbst heizten wir einen Topf auf dem Gaskocher im Freien, gaben Bier und Essig hinein. Und schütteten dann die bedauernswerten Kreaturen in den Dampf, würzten sie mit Krabben-Würzmix, dann Deckel drauf und 15 Minuten steamen.
Als die Krabben gar waren, versammelten wir uns auf der Terrasse, um mit Hammer und Messer an das Krabbenfleisch zu kommen. Das Knacken der Krabben ist eine Riesenarbeit, die verstanden sein will. Zu dem herausgepulten zarten Fleisch gab es Maiskolben und einen leichten französischen Weisswein – ein Festessen.
Am Sonntag dann segelten wir mit A und Y bei schönstem Wetter und wenig Wind zusammen mit Dutzenden andern Booten kreuz und quer in der Mündung des Patuxent River, einem idealen Segelrevier südlich von Washington, wo wir vor 20 Jahren als Anfänger alle denkbaren nautischen Fehler gemacht hatten. Später tuckerten wir den Fluss hinauf in einen einsamen Creek, wo wir zusammen mit ein paar andern Booten ankerten. Wir holten den Bootsgrill hervor und grillierten Steaks.
Als es dunkelte, zündeten wir die Laterne an, welche bald von Hunderten von Mayflies umschwärmt wurde, weshalb wir uns bald schlafen legten. Der Morgen dann war so still wie sonst nirgends in der Zivilisation. Die Sonne ging auf über dem spiegelglatten Wasser und ich suchte einen WLAN, um Zeitung zu lesen und das Facebook zu checken. Ein perfektes Memorial Day Weekend.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Sparen beim Fliegen

Die Fluggesellschaften erfinden immer neue Wege, um uns Billigstfliegern zu sagen, dass wir ihre allerletzten Kunden sind , weil wir für einen Flug am liebsten nichts bezahlen würden und dafür aber auch bereit sind, jede nur erdenkliche Unannehmlichkeit in Kauf nehmen. So bestraft uns United Airlines für unsern angeborenen Sparzwang neustens damit, dass wir auf Transatlantik-Flügen nur noch ein Gepäckstück gratis mitnehmen dürfen. Und beim Check-in im Internet versucht die US-Gesellschaft krampfhaft, uns davon abzuhalten, den gekauften Billigsitz zu wählen. Statt dessen wird dafür geworben, knapp 100 Franken mehr zu zahlen für einen besseren Platz.
Doch was heisst besser? Der Platz bietet gut 20 Zentimeter mehr Beinfreiheit und befindet sich etwas weiter vorne in der Kabine, aber natürlich immer noch in der Holzklasse. Und das wär’s dann auch schon.

Ich gehöre zu jenen, die solche „Upgrades“ und alle anderen modernen Strafzölle für Getränke, „zusätzliche“ Gepäckstücke und dergleichen eisern ignorieren. Ich wäre bereit, notfalls mit angezogenen Knieen über den Atlantik zu fliegen, falls man für das Ausstrecken der Beine künftig 100 Franken „upgrade“ bezahlen muss.

Und ich beklage mich nicht, sondern beobachte mit Hochgenuss, dass die Vermarktung des 20-Zentimeter-Upgrades bei United zu einem logistischen Albtraum geführt hat. Das System funktioniert nämlich höchstens in vollen Kabinen. Sobald es genügend Platz hat, wie am Dienstag auf dem Flug nach Washington, entsteht die dumme Situation, dass die Upgrade-Passagiere die Gehörnten sind, weil sie 100 Franken für etwas bezahlt hatten, das sie auch gratis hätten haben können. Zusätzlich muss das Kabinenpersonal unmittelbar vor dem Start Polizei spielen und die Billigst-Passagiere davor warnen, knapp vor dem Start den Sitz zu wechseln und einen freien Upgrade-Platz zu ergattern. Dieses Sesselhüpfen ist sonst ein beliebtes Game, um zum Beispiel neben einen leeren Mittelsitz zu kommen.

Doch warum sollten wir unseren Billig-Platz wechseln? Viele hatten – wie ich – in der leeren Dreierreihe bzw. dank nicht belegtem Mittelsitz eh so viel Platz wie noch nie für die 400 Franken, die wir bezahlt hatten. Also: Hände weg von zweifelhaften Upgrade-Angeboten.

Montag, 9. Mai 2011

Mit dem Bus nach DC

Der letzte Pendlerbus verlässt Solomons am Morgen um 6. 50 h und kommt nach 90 km Fahrt kurz vor 9 Uhr in Washington DC an, gerade rechtzeitig, damit auch die letzten der dort beschäftigten Bundesbeamten noch an ihre Pulte hechten können. Danach gibt’s nichts mehr bis am andern Morgen um 4.35 h, wenn der erste Bus losfährt.
In der Gegenrichtung fährt der erste Bus um 12 Uhr und der letzte um 17.40 h aus der Stadt Washington ab, die übrigens niemand so nennt. Die Locals nennen ihre Stadt ausschliesslich „DC“, nach dem Kürzel der Verwaltungseinheit District of Columbia. Aber item: Das Monatsabo für den Bus kostet 170 Dollar; man kann gegen Aufpreis sogar eine Art Regenbogenabo kaufen und in der Grossagglomeration damit zusätzlich die Metro benutzen.

Fast alle Buspendler müssen an ihrem Wohnort trotz öV ihr Auto benutzen, weil der Bus mitten im Grünen vom Parkplatz einer Kirche in Autobahnnähe wegfährt und auch dort wieder ankommt. Aber immerhin: sie sparen Benzin, denn Treibstoffe sind in den USA überdurchschnittlich teurer geworden. In der Schweiz hat Benzin seit einem temporären Tiefstand im Jahr 2009 (Fr. 1.40) um gut 20 Prozent aufgeschlagen. In den USA sind es 60 Prozent.

Den Grund muss man nicht weit suchen: Der Wertzerfall des Dollars verteuert im Land des Greenback die Treibstoffpreise um ein Vielfaches gemessen mit Europa. Die Amerikaner zahlen also zweimal für die Finanzkrise: einmal durch die Entwertung ihrer Einfamilienhäuser, Pensionsguthaben und Aktienportefeuilles als direkte Folge des Crashs vom Herbst 2008. Und jetzt ein zweitesmal im Alltag an der Tankstelle - und generell beim Kauf von Importgütern, wobei der Treibstoff am meisten ins Gewicht fällt.

Wegen der krisenhaften Entwicklung des Benzinpreises gibt es im Kongress den Plan, mehr eigenes Erdöl zu fördern, auch unter Inkaufnahme von Umweltrisiken wie erlebt im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr. Der Treibstoffpreis ist zu einem Topthema avanciert. In ganzseitigen Inseraten in der "Washington Post" propagiert der Verband der einheimischen Erdölproduzenten eine neue, nationale Förderpolitik.

Doch diese Politik nützt am Ende den Konsumenten herzlich wenig, es profitieren vor allem die Erdölgesellschaften; denn für Oel werden längst Weltmarktpreise bezahlt - unabhängig davon, aus welchem Land das Oel stammt. Die Hoffnung auf günstige Benzinpreise durch eigenes Erdöl ist also ein Irrglaube. Die Folge sind hohe Umweltrisiken und hohe Gewinne der Erdölfirmen. Ein Grund mehr, auf den Bus umzusteigen auf dem Weg nach DC.

Sonntag, 8. Mai 2011

Küssen oder umarmen?

Man kann die Welt einteilen in Hugger und Küsser. Frankreich ist ein klarer Fall (alles Küsser, regional sind es vier Küsse zur Begrüssung), Deutschland ist ziemlich klar, und in der Schweiz dominieren die drei Begrüssungsküsse, wenngleich es bei uns mittlerweile eine Minderheit von HuggerInnen gibt, Umarmer also. In den USA ist es von Familie zu Familie unterschiedlich. „Wir sind Hugger“, sagte mir kürzlich eine Bekannte, wobei ich das Gefühl habe, es handle sich um die Mehrheit.

Bei Fremden ist der Fall eh klar: Huggen ist die Norm. Die Männer untereinander umarmen sich eher ein bisschen schüchtern, klopfen sich dafür gerne so halb ermunternd, halb patronisierend, auf den Rücken. Von Frauen wird man oft richtig in den Schwitzkasten genommen. Diese typisch weibliche Umarmungszange empfinde ich als unangenehm und als den grössten Nachteil des Huggens.

Hugs haben dafür den Vorteil, dass sie nicht nur zur Begrüssung angewendet werden können, sondern auch als Geste der Teilnahme geeignet sind, für welche die Küsser nichts haben, ausser vielleicht einen Händedruck, aber der geht nur in schweren Fällen. Umarmen hingegen kann man sich bei fast allen Wechselfällen des Lebens, von schlechten Noten in der Schule bis zur Nachricht, vom Freund oder der Freundin verlassen worden zu sein. Plus die Umarmung für alle positiven News.

Umarmungen sind weniger intim und deshalb handelt es sich um eine niederschwellige Geste. Obama hat beim Treffen mit Angehörigen des 9/11 auf dem Ground Zero Teilnehmende umarmt; küssen wäre unangebracht gewesen. Umarmen können sich auch Menschen, die sich nicht nahe stehen. Linda zum Beispiel haben wir beim ersten Wiedersehen umarmt, unsere Vertraute in der Bootswerft hier in Solomons, die wir seit fast 20 Jahren kennen, aber keinen echten persönlichen Kontakt haben. Huggen ging hier gut, küssen hingegen nicht – und ein Händedruck wäre zu offiziell gewesen. Vieles spricht fürs Umarmen, doch wenn ich die Wahl habe, dann bleibe ich Küsser.

Samstag, 7. Mai 2011

Warnung vor dem Hunde

Wer in den USA lebt, wird von einem Dauerregen von Warnungen berieselt. Objekte „may be closer than they appear“, lese ich im Rückspiegel des Autos und vergesse beinahe, den Blick wieder voraus zu richten. Und eine Inschrift auf der Leiter will mich unbedingt davon abhalten, auf die oberste Sprosse zu steigen. Warum gibt es sie denn?
Weil in Einkaufszentren und Bürogebäuden in Englisch („Caution! Wet Floor“) und Spanisch vor frisch gereinigten Böden gewarnt wird, weiss ich, dass nasser Fussboden „Piso mojado“ heisst. Das bereichert meinen mageren Wortschatz auch dort, wo der Boden längst wieder trocken ist. Nicht genug: Gebrauchsanleitungen für an sich harmlose Elektrogeräte überschütten uns auf den ersten Seiten mit einer Litanei von Selbstverständlichkeiten: „Bitte Produkt nicht umbauen. Kann zu Verletzung oder Tod führen“, steht im Manual für meinen neuen Laptopadapter. Ich muss sagen, auf den Gedanken, das Ding umzubauen, wäre ich nie gekommen.

Weil wir immer dicker werden, braucht es auf allen Lebensmitteln Warnungen, eine Art Krisenkommunikation im Alltag: Man informiert mich obligatorisch über die notwendige Kaloriendosis pro Tag und inwieweit selbige mit einer Portion (genannt „serving“) meiner Lieblingschips bereits innert Minuten überschritten sein könnte. Die Portionen werden je nach Produkt total willkürlich gewählt, wohl ein Kompromiss gegenüber den starken Food-Lobbies im Kongress. Man ist deshalb dauernd zu schwierigen Kopfrechnungen gezwungen, wenn man der Gefahr der Falschernährung entgegen wirken will. Kein Wunder, sind viele AmerikanerInnen so dick.

Besonders lästig sind die Warnungen von rückwärts fahrenden Lastwagen. Es ertönen schrille Pfeifftöne, die auch jene treffen, die sich weit weg vom Heck des Fahrzeugs aufhalten. Und schliesslich das Wetter: Es gibt kleine Geräte, die automatisch einschalten, sobald der Wetterdienst eine Warnung in petto hat. Man unterbricht das Gespräch oder schaltet den Fernseher auf stumm und hört andächtig zu, was sich Schlimmes ereignen könnte. Geht sogar ein bisschen in sich, da unvermittelt konfrontiert mit den Unbilden von Mutter Natur. Doch dann passiert gar nichts. Gottseidank nur eine Warnung – eine von vielen.

Donnerstag, 28. April 2011

Guess where we are!

Nach 5 Tagen im Intracoastal Waterway und einer Nacht segeln in der Chesapeake Bay, von Norfolk nach Solomons, sind wir in "unserem" Creek angekommen, wo wir die besten Zeiten der neunziger Jahre verbrachten und wo uns unsere Freunde bereits erwarteten, sodass mein Anruf am Morgen "Guess where we are!" zu meiner eigenen Ueberraschung total ins Leere fiel. Die Antwort war: "Wir haben Euch längst gesehen: At Norms dock."

Und hier in dem kleinen Paradies, genannt Lusby Landing, wollen wir nun eine Weile bleiben. Wie lange, wissen wir nicht. Müssen wir auch nicht wissen. Es gibt viel Arbeit am Boot: Ein Team von Innenarchitekten beschäftigt sich mit der Frage, wie die Einzelzelle, genant Gästekabine, in eine moderne Erlebniswelt umgestaltet werden kann. Dann haben wir einen Stardisgner engagiert, der aus dem Salon das Beste herausholen soll. Es geht um eine Lösung zwischen einem dunklen Raum, der an ein verrauchtes Pub erinnert und etwas, was wir auch nicht wollen, nämlich ein Bootsinneres wie aus der Kinderzimmerabteilung von IKEA, wie es viele moderne Schiffe heute haben. Etwas anderes muss es sein, aber über das Wie und was soll sich der Stardesigner bzw. mindestens sein Gehilfe, den Kopf zerbrechen.

Dann muss ein neues Rig her, das sind die Stahlseile, die den Mast senkrecht halten und die nach weit über 10 000 Meilen und sieben Jahren ersetzt werden sollten. Schliesslich Tausende von Details und Kleinigkeiten, ein Adapter, um den VHF dauernd auf Volladung zu haben, weil Batterien immer dann am Ende sind, wenn man dringend funken möchte. Wintschen sind zu servicen; den Herd wollen wir ersetzen. Dann kommt das Boot unter die Fittiche von Dieselmechanikern und Hydraulikspezialisten. Undundund.

Das alles bedeutet, liebe Blogleserinnen und -leser, dass das Ende der Einträge wieder einmal nah ist. Kann sein, dass die eine oder andere Notiz in den nächsten Wochen geschrieben wird. Aber dafür lohnt es sich nicht, täglich nachzusehen im Blog, wiewohl Google-Analytics dies mit guten Zahlen honoriert.

Im Verlaufe des Sommers wollen wir dann wieder segeln mit unserem frisch umgebauten, restaurierten, revidierten und auf Vordermann gebrachten Schiff. Und dann gibt's sicher wieder was zu erzählen.

Samstag, 23. April 2011

Im Intracoastal Waterway

Wir sind seit zwei Tagen auf dem Intracoastal Waterway unterwegs, der Maine mit Florida als Wasserstrasse verbindet und auf der man unbehelligt von Golfstrom, Hurrikanen oder auch nur gewöhnlichen Stürmen geruhsam mit dem Boot reisen kann. Es ist noch früh in der Saison, doch schon jetzt bilden sich tagsüber kleine Kolonnen von Booten, die alle mit fast gleicher Geschwindigkeit nordwärts tuckern.

Wir haben das Gewässer unterschätzt. Denn die Strecke führt nur zum Teil in Kanälen, immer wieder kommt man auf offene Gewässer, den Neuse River zum Beispiel, der nur "River" heisst, aber eigentlich ein geschlossenes Meer bildet. Und dieses hat es in sich: Gestern frischte der nördliche Wind am Nachmittag plötzlich auf und sofort bildeten sich in dem flachen Gewässer (Tiefe meist ca 5 Meter) steile, kurze Wellen, in denen sich unser Boot feststampfte. Wir nahmen Zuflucht im Ort Oriental, der unseren Aufenthalt mit einer tollen Bar, der "Tiki-Bar" honorierte, wo wir lange hängen blieben.

Heute gings bei südllichen Winden weiter, eine angenehme Reise, die allerdings - die Lehren von gestern - genau geplant sein will. Wir hatten uns rechtzeitig Belhaven als Etappenort ausgesucht plus uns noch überlegt, wo man Halt machen könnte, wenn das Wetter wieder schlecht würde.

Die morgige Etappe dann hat auf fast 50 Meilen keine Ankerplätze und keine Marinas, 22 Meilen sind in einem Kanal, an dessen Ufern man laut Guide nirgendwo anlegen kann. Deshalb legen wir früh am Morgen ab - und entsprechend wird die Zeit an der Bar heute abend gekürzt.

Blitzschutz II

Auf den Blitzschutz-Blog hin hat sich Thomas gemeldet, der auf seiner "Novarra" ein Bäseli intalliert hatte. Er durfte beziehungsweise musste erleben, dass der Blitz keinen der beiden Carbonmasten angriff, aber sich den Windgenerator pickte "ein magischer Anziehungspunkt für Blitze, denn es passierte 2x", schreibt Thomas.

Der Witz des Blitzschutzes wäre natürlich, meine ich, dass er das ganze Boot schützt, nicht nur den Mast (oder die Masten). Oder sehe ich das falsch und man müsste gleich mehrere dieser Flaschenputzer montieren, einen davon auf dem Windgenerator?

Irgendwie Mist alles - und ich unterstütze deshalb die Theorie von Chris: "It's cheaper to go to church." Jetzt wo noch Ostern ist sowieso.

Donnerstag, 21. April 2011

Blitzschutz

Man sieht sie nur in Amerika: Boote mit einer Art Flaschenputzer auf dem Mast. Es handelt sich um einen Blitzschutz, erhältlich für 200 Dollar. Die Wirkung ist umstritten und Chris, mein amerikanischer Vertrauensmann in Sachen Gadgets, sagte mir, als ich das Bäseli für unser erstes Boot gekauft hatte, er finde es günstiger, to go to church.

Die Firma, die das Maststück vertreibt, ersetzt jedem Bootseigner den Schaden, wenn seine Yacht trotz Flaschenputzer vom Blitz getroffen wird. Das Unternehmen hat bisher nie zahlen müssen. Frage deshalb: Fürchtet der Blitz das Ding wie der Teufel das geweihte Wasser?

Nein, die Geschichte geht anders: Der kleine Blitzschützer hat Statistiker, oder besser vielleicht: Wahrscheinlichkeitsrechner, auf den Plan gerufen. Sie argumentieren: Blitzeinschläge auf Booten sind so selten, dass die Chance klein ist, dass ein Blitz ausgerechnet eins mit Flaschenputzer trifft. Es wird sich daher statistisch nie nachweisen lassen, ob der Blitzschutz wirksam ist. Ein oder zwei Ausreisser würden ja noch nichts bedeuten - oder?!

Deshalb folgen wir bei unserem jetzigen Boot der günstigeren Variante von Chris und haben keinen Blitzschutz montiert. Und wir erinnern uns auch noch an eine mittlerweile sehr betagte Fernsehwerbung aus der Schweiz, die mit dem Satz begann: "Kennen Sie einen, der vom Blitz erschlagen wurde?" Sehen Sie!

Mittwoch, 20. April 2011

Der Golfstrom

Plötzlich war er da, der Strom, der uns vorwärts schob. Mit bis zu 5 Knoten. So hatten wir auf einmal ein Boot, das echte Performance lieferte: wir bretterten mit 10 Knoten nordwärts. Kein Wunder, schlugen wir bald alle unsere eigenen Rekorde. Doch um 4 Uhr am Morgen die grosse Ernüchterung: Der Strom hatte nachgelassen, weil wir näher zum Land gekomemn waren. Und so tuckerten wir die letzten 40 Meilen stilvoll vorwärts, wie wir das gewohnt sind, bei ca 5 Knoten.
In Beauforts Docks, einer kleinen Marina, machten wir am frühen Nachmittag die Leinen fest, dankbar, dass wir den voraussichtlichen Ankunftstermin nach Mitternacht locker geschlagen hatten, dann telefonierten wir dem US-Zoll und gingen essen inkl. Dessert (Cheesecake) und Kaffee.

Sonntag, 17. April 2011

Unterwegs V

Wir sind 24 Stunden gesegelt, ohne je den Anlasser zu betätigen. Nun haben wir keine Dieselsorgen mehr, ja wir konnten sogar noch einen Vorrat anlegen. Allerdings: bereits meldeten sich erste Gewitter, ein kleines gab's zum Zmorgen, nun hellt es wieder auf - und wir hoffen, dass auch der gute Wind zurückkommt für die restlichen 300 Meilen bis Beaufort in North Carolina. Neu ist, dass es kühler ist, besonders nachts, und so kommen die Windjacken und -hosen zum Einsatz, das Billig-Modell von "Compass" übrigens, das bereits zwei Atlantiküberquerungen überstanden hat. Es muss also nicht unbedingt immer "offshore" und "haut de gamme" sein.

Freitag, 15. April 2011

Unterwegs IV

Seit der elektrische Autopilot repariert ist, gibt es so etwas wie Komfort beim Motoren: Wir müssen zum Schaden der Flaute nicht mehr den Spott des Selbersteuerns ertragen. Habe das Ding dreimal auseinandergenommen und wieder zusammen gesetzt, bis mir klar geworden ist, dass der Kupplungshebel nicht richtig funktioniert, lauter Plastik halt von Raymarine.
Doch wir sind auch gesegelt: Während der Nacht hatten wir guten Wind und können ein Etmal (Distanz in 24 Stunden) von 84 Meilen vorweisen. Nun sind es noch drei Tage bis zur imaginären Kreuzung, wo wir entscheiden, ob wir je nach Wetter nach Wilmington oder gar westlich nach Charleston segeln - oder bei guter Meteo wie geplant direkt nach Beaufort (North Carolina).
Die Stimmung an Bord ist ausgezeichnet: Kein Wunder, wir feiern heute den 34. Hochzeitstag. Während ich ins Meer hinaus guckte, geht mir durch den Kopf, wie alt wir wären, wenn nochmals 34 Jahre hinzu kämen. Naja.

Donnerstag, 14. April 2011

Unterwegs III

Wir haben nun zwei Tage Flaute hinter uns; es ist unglaublich, wie ruhig es auf dem Meer sein kann, wenn kein Lüftchen das Wasser kräuselt. Seit Donnerstagnacht jedoch läuft es wieder einigermassen. Allerdings: Wir haben unerwartet Strömung gegen uns, wo wir dachten und lasen, es gebe einen Antillenstrom, der nordwestlich setzt und von dem wir profitieren könnten. Das ist natürlich ein Frust. Immerhin: Mit dem Wind heute sparen wir Diesel und kommen erst noch vorwärts.

Dienstag, 12. April 2011

Unterwegs II

Zuerst ist es nur eine Ahnung. Wind? Dann meldet die Gesichtshaut: Ja, echt. Und dann hofft man, dass das, was da aufkommt, nachhaltig sein möge, in der alten Bedeutung des Wortes, nämlich von Dauer. Und siehe da: Nach sechs Stunden motoren in der Flaute kriegten wir gestern ab 14.30 Uhr Wind, der bis zum Dienstmorgen anhielt. Uns wurde also die befürchtete nächtliche Flaute erspart - und wir machten wunderbare Meilen.
Das beste aber: Unsere Dieselvorräte werden im Moment geschont. Wir könnten mittlerweile fast 650 Meilen motoren, bei total gut 850 bis Beaufort in North Carolina. Was stecklt dahinter? Peace of mind wäre, wenn wir dereinst die gleiche Anzahl unter Motor laufen könnten wie insgesamt zu machen sind. Nicht das wir das wollten oder damit rechneten, solche Strecken mit dem Diesel abzurackern. Aber psychologisch ist es ausserordentlich angenehm,zu wissen, bei Flaute den Motor anwerfen zu können, ohne damit rechnen zu müssen, 100 Meilen vor dem Ziel auf dem trockenen zu sitzen.
Ohne viel Diesel geht es nicht. Als wir die gleiche Strecke vor sieben Jahren, im Juni 2004, schon einmal machten, hatten wir nur wenige Liter bei uns und sind fast versauert. "Vielleicht sind wir an Weihnachten noch hier", sagte ich damals zu Agnes. Inzwischen haben wir im Routenbuch von Jimmy Cornell gelesen, dass in diesen Breiten Flauten üblich sind und man entsprechend in Erdölprodukte investieren sollte. Im Moment laufen wir aber fast 5 Knoten - schönes segeln und angenehmes Diesel sparen.

Montag, 11. April 2011

Unterwegs

Die ersten zwei Tage auf unserem Weg Richtung Ost-Küste der USA liefen sehr gut, guter Wind, wenig Wellen. Nun haben wir eher mit Flaute zu kämpfen und sind dabei, eine Taktik für den Verbrauch unserer Dieselvorräte zu entwickeln. Das momentane Modell lautet: In den Flauten während des Tages motoren, nachts hingegen dümpeln. Dann ist es schön ruhig im Boot, kein Motorenlärm, und wir können schlafen. Ueberraschenderweise gab es dann nachts einen unverhofft guten Wind, sodass wir vorwärtskamen und der Schlaf der Wachfreien nicht gestört wurde. Die Ruderfixation hat sich bis jetzt bewährt, kaum Probleme mit Vibration oder schlechter Anströmung. Peace of mind.

Montag, 4. April 2011

Ruder fixiert

Wir hatten endgültig genug von unserem unzuverlässigen Ruder, dessen Hydraulik uns seit drei Monaten Sorgen macht, die jeweils nicht ganz billig verscheucht werden müssen. Heute haben wir zur Ultima ratio gegriffen und das Boot zum dritten Mal seit Januar aus dem Wasser genommen.

Skip, ein Rigger hier in St.Thomas, hat uns eine Fixierung angebracht in der Form eines Stahlkabels. Der sympathiasche Mann hat nicht nur ganze Arbeit geleistet, wir bekamen nützliche Ratschläge, wie man Stalok-Systeme richtig montiert, nämlich erst zuschraubt, dann nochmals aufmacht und mit Silikon füllt, damit auf keinen Fall Wasser eindringen kann. Der oberste Teil, das schwarze Band auf dem Bild, ist übrigens ein gespleistes Kevlar-Band.

Das alles hat Skip uns gezeigt und montiert, gut gelaunt und voller Engagement. Das Ruder kann sich somit nicht mehr selbständig hochklappen und sollte nun immer in der vertikalen Position verharren. Weil der Hydraulik-Arm nun ständig freigelegt und den Kleinsbiestern im Meerwasser ausgesetzt ist, musste auch er geschützt werden. Dies geschah mittels eines Schlauchs. Alles technische Geschichten und no fun. Aber so ist das Leben halt manchmal. Dafür liegen wir nun in einer wunderschönen, ruhigen Meeresbucht im Osten von St. Thomas und bereiten uns auf den grossen Trip vor Richtung US-Ostküste. Wetterseiten herunterladen ist im Moment obligatorisch.